Integration/Inklusion

Fernsehbericht am 22.10.2015 im WDR/Lokalzeit Bielefeld

http://www1.wdr.de/studio/bielefeld/themadestages/fluechtlingskinder-in-grundschule100.html

Unterricht für Flüchtlingskinder

 

Grundschule in Herford: Unterricht für junge Flüchtlinge

Hunderte Flüchtlingskinder leben mittlerweile in Ostwestfalen-Lippe. Und jeden Tag kommen neue hinzu. Sie alle müssen so schnell wie möglich in eine Schule.

Besuch in der Grundschule an der Oberingstraße in Herford – Unterricht in einer Fördergruppe, auf dem Stundenplan steht Deutsch. Sechs Flüchtlingskinder lauschen und üben gemeinsam.

“Das ist die Butter, die Butter ist gelb.” Die Lehrerin übt mit den Kindern erst einmal ganz alltägliche Begriffe ein. Dazu gehört auch, dass sie zunächst lernen, sich vorzustellen. Dann kommt das Schulmobiliar an die Reihe, dann Farben, Lebensmittel. Vieles läuft spielerisch mit Karten.

Die lateinische Schrift können zum Glück alle schon. Der Schwerpunkt der Lehrerin liegt erst einmal auf dem Gesprochenen: “Wir versuchen … hauptsächlich erst zu sprechen … und danach kommt nebenbei auch das Schreiben. Und das funktioniert.”

An der Schule wurden mit Containern zwei neue Räume geschaffen. In den vergangenen Monaten kamen mehr als 20 neue Kinder dazu. Sie kommen in normale Klassen, zusätzlich werden sie aber in einer internationalen Klasse unterrichtet. Ein bis zwei Stunden am Tag lernen sie dort Deutsch und wie das Leben, wie der Alltag hier funktioniert. Dafür gehen sie manchmal einfach auch gemeinsam einkaufen. Oder die Kinder nehmen ein Kind, das nicht deutsch spricht, an die Hand und gehen mit ihm Kind spielen. Und bringen ihm so etwas über unsere Sprache bei.

Manche Eltern deutscher Herkunft sorgen sich, dass die Förderung der eigenen Kinder zu kurz kommt. Doch Rektorin Annette Sliwinski beruhigt. Das sei überzogen, Angst und Panik brächten niemand weiter. Dennoch hofft Sliwinski auf mehr Lehrkräfte und vor allem Dolmetscher für den Kontakt mit den Eltern: “Wir müssen ein bisschen improvisieren. Und dann aber auch Vertrauen haben dürfen, dass wirklich Unterstützung kommt. Das ist das Wichtigste: Personal.”

Stand: 22.10.2015, 17.12 Uhr